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Jagdgebiete in Europa

 
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In Europa werden Elche in den baltischen Staaten, im europäischen Teil Russlands, in Polen und vor allem in Skandinavien gejagt.

In Schweden spielt die Elchjagd eine besondere Rolle. Der Elchstamm in Schweden vermehrt sich jährlich mit 30 bis 65 % des Winterbestandes. Man geht deshalb davon aus, dass der Elch deshalb aus waldwirtschaftlichen Gründen durch den Menschen in seinem Bestand reduziert werden muss. Aus Waldbesitzergesichtspunkten hat er sich wegen des Fehlens natürlicher Feinde wie Bär, Luchs oder Wolf vor allem in Skandinavien zu einer Landplage entwickelt und richtet große Fraßschäden im Wald an.
Dem Elch rücken deshalb im Herbst etwa 250.000 Jäger auf die Pelle. Nach bestätigten Schätzungen liegt die Elchpopulation in Schweden bei etwa 300.000 Elchen, von denen bei der jährlich im Herbst stattfindenden Elchjagd etwa 100.000 in Lizenzjagd geschossen werden.

Hierzu wird größtenteils der sogenannte Elchhund eingesetzt. Das schwedische Jagdrecht besagt, dass ein erlegter Elch demjenigen gehört, auf dessen Land er erlegt wurde. Es während der Elchjagd oft, dass ein Elch von einer Jagdmannschaft auf benachbartes Land getrieben wird.

Dann gilt das Recht des Nachbarn, es ist sogar untersagt das Land des Nachbarn mit geladenem Gewehr zu betreten. Einzige Ausnahme ist die Nachsuche. In so einem Fall muss allerdings der Nachbar über die Suche unterrichtet werden. Jäger und Grundbesitzer klären im Vorwege, wie mit dem dann erlegten Tier verfahren werden soll. Es ist nicht selbstverständlich, dass das erlegte Tier dann dem Jäger gehört.

© unbekannt

Hund bei Elch

Jagdsaison ist zwischen September und Oktober. In den nördlichsten Provinzen des Landes, Norrbotten, Västerbotten, Jämtland, Västernorrland und dem nordwestlichsten Zipfel von Kopparberg beginnt die Jagd in der ersten Hälfte des September, im übrigen Land Mitte Oktober. Diese Einteilung dient einerseits der Vermeidung der Jagd in der Brunftzeit und ist andererseits durch den Beginn des nordischen Winters begründet. Im Norden jagt man also vor, im Süden nach der Brunft.

Seit 1977/78 wird in Schweden die sogenannte gemeinschaftliche Jagd mit festgelegter Abschussgenehmigung betrieben. Dadurch soll ein starker Elchstamm erhalten und gleichzeitig der durch Elche angerichtete Schaden in Grenzen gehalten werden. Der Elchstamm muss nicht nur zahlenmäßig ausreichend groß sein, sondern auch aus gesunden, gut entwickelten Individuen bestehen. Weiter wird darauf geachtet, dass die Altersverteilung in der Population gesund ist. Dies wird vor allem durch starken Kalbabschuss erreicht, wodurch das Durchschnittsalter im Elchstamm ansteigt. Dieses System setzt voraus, dass alle Jagdreviere beim Landratsamt registriert sein müssen. Dort wird auch festgelegt, wie viele Elche in jedem Jagdrevier im Jahr geschossen werden dürfen.
Bei kleineren Revieren zwischen 150 und 200 ha werden in der Regel ein Elch und ein Kalb zugeteilt und die Dauer der Jagdzeit auf 3 bis 5 Tage begrenzt. Besitzer größerer Reviere erhalten entsprechend mehr Abschussgenehmigungen.
Nach Sonnenuntergang bis eine Stunde vor Sonnenaufgang ist die Elchjagd verboten. Die Nachsuche krank geschossener Tiere darf allerdings noch nach Sonnenuntergang fortgesetzt werden.
Strenge Bestimmungen gelten bei der Elchjagd auch für die Art der Waffen. Vorderlader, Schalldämpfer, Selbstladebüchsen oder Waffen mit nicht gezogenen Läufen dürfen nicht benutzt werden.


Der Halle- und Hunneberg am Vänern ist nicht nur Heimat der größten Elchpopulation Schwedens, sondern die Berge sind auch das Jagdrevier des Königs. Die Elchjagd auf den Bergen steht nur dem König zu. Das Jagdrecht des Königs auf dem königlichen Grund und Boden geht auf Magnus Erikssons Landgesetz aus dem Jahre 1351 zurück. Konkretisiert wurde dies außerdem mit einer Anweisung der Königin Kristina vom 30. Mai 1638 an den Reichsjagdmeister Carl Hårdh, die die Berge in seinen Verantwortungsbereich überstellte. Die Könige nutzten dieses Recht aber erst ab 1885. Damals fand die erste Königsjagd statt.


Der heutige König Carl Gustaf XVI. begann als Kronprinz 1972 auf den Bergen zu jagen. Wie die meisten Jäger hat auch der König ein großes Interesse an der Hege und Pflege der Natur. Er führte deshalb gewisse Einschränkungen ein. In Zusammenarbeit mit dem Domänenwerk, das heute den Wald auf den Bergen verwaltet, wurde festgelegt, dass die Hälfte der auf den Bergen erlegten Elche Kälber sein müssen. Auf den Bergen wird zweckmäßigerweise mit einer Treiberkette gejagt. So gelingt es in relativ kurzer Zeit die erforderliche Abschusszahl zu erreichen, so dass die Berge, die auch ein sehr frequentiertes Ausflugsziel für Touristen und Wanderer sind, nur drei Tage für die Öffentlichkeit gesperrt werden müssen.

In Jämtland und Västernorrland in Nordschweden wird in einem Projekt an Gymnasien (högstadiet) "Leben der Wildnis" als Wahlfach angeboten. Dort steht neben der Tier- und Pflanzenwelt der einheimischen Wildnis auch die Elchjagd auf dem Stundenplan. Die Schüler bekommen in diesen Stunden Gelegenheit die Jagd in der Schulzeit zu erlernen und kostenlos die Jägerprüfung abzulegen. Etwa 40 % aller Schüler in Jämtland und Västernorrland werden entsprechend ausgebildet. Ziel des Projektes ist es, den Schülern Sinn und Zweck der Jagd näher zu bringen und Kenntnisse über Flora und Fauna zu vertiefen.

In Norwegen sind es 70.000 Jäger, die im Herbst auf Elchjagd gehen.


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 © Maren und Uwe Kamke 2000-2009

 

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