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Der Elch ist ein schnelles, mächtiges und ausdauerndes Tier, das abgesehen von dem Menschen bei der Jagd, in erwachsenem, gesundem Zustand kaum Tiere zu fürchten hat. Es gibt nur wenige Feinde, die in der Lage sind, den Elch zu töten. Dazu gehören in erster Linie der Wolf, der Bär und der Mensch. Schwarzbären (Ursus americanus) jagen kleinere Elche, Grizzlybären (Ursus arctos) die größeren. Letztere sind sogar in der Lage erwachsene Elchbullen zu töten. Beide Bären töten ihr Opfer, indem sie am Hals zupacken und es ersticken. Der Elch lässt sich aber nicht ohne Gegenwehr überwältigen, er kann sowohl mit den Vorder- als auch den Hinterbeinen tödliche Tritte verteilen.

Bärenangriff

photographed by Michio Hoshino © Naoko Hoshino

Alle Bären jagen auch gerne Elchkälber, die in den ersten Wochen nach der Geburt besonders hilflos sind. Hier versucht ein Braunbär ein Elchjunges zu erwischen.
Jedoch sind die Kleinsten immer sehr dicht bei der Elchkuh, die sie vehement verteidigt.

Größere Gefahr droht deshalb den fast ausgewachsenen älteren Kälbern im nächsten Frühjahr, die sich schon mal weiter von der Kuh entfernen. Sie sind zwar fast genauso groß wie ihre Mutter, sind jedoch noch nicht so stark und ihnen fehlt noch die Erfahrung, sich erfolgreich einem Bärenangriff entziehen zu können. Im Frühjahr, wenn die Bären aus dem Winterschlaf erwachen, liegt immer noch Schnee, oft verharscht. Auf diesem Untergrund ist auch ein fast erwachsenes Kalb eine leichte Beute für den Bären, wenn dieses es nicht schafft rechtzeitig zur Mutter zu kommen. Dem Bären fällt es als Sohlengänger leichter, sich über verharschten Schnee zu bewegen als den Elchen, die durch die harte Oberfläche brechen.

Auch der Vielfraß ist ein Jäger, der bei passender Gelegenheit ein Elchkalb oder ein verletztes Tier nicht verschmäht. Eine beträchtliche Anzahl Elchkälber und Jährlinge wird von Pumas gerissen. Es gab auch schon Berichte, nach denen Killerwale (Orca) im Meer schwimmende Elche angegriffen und verspeist haben.

Wird ein Elch im tiefen Schnee angegriffen, so schiebt er sich rückwärts in die Äste einer dichten Fichte, um seine leicht verwundbaren Schenkel und Weichen zu schützen. Oder er wuchtet sich aus dem tiefen Schnee und versucht eine Stelle mit hartem, weniger tiefem Schnee zu erreichen, wie man sie auf gefrorenen Seen oder vom Wind frei gefegten Hängen findet. Im Sommer läuft er gern ins seichte Wasser hinein, um sich blitzartig umzudrehen und das Raubtier abzuwehren.

Während Wölfe erwachsene Elche in der Regel nur dann angreifen, wenn sie alt, krank oder schwach sind, werden viele Kälber jedes Jahr auch Opfer von Wölfen. Aber auch erwachsene, gesunde Bullen haben gegen ein Wolfsrudel in entsprechender Größe (mehr als 12 Tiere) keine Chance.

Allerdings wehrt sich ein gesunder Elch seiner Haut, und die Jagd ist für die Wölfe gefährlich. Im Gegensatz zu der nebenstehenden Zeichnung benutzt er dazu Huftritte und nicht das Geweih. Von den Tritten erleiden einige Wölfe Knochenbrüche, die dann zwangsläufig zum Tod der verletzten Tiere führen.

Ein gesunder ausgewachsener Bulle kann normalerweise einen Wolfsangriff abwehren. Aber auf dünnem Eis oder in tiefem Schnee ist ein Rudel durchaus in der Lage einen Elch zur Strecke zu bringen.

Wolfsangriff

Die Wölfe reißen dabei blutende Wunden in die weichen Flanken des Elchs, der aufgrund des Blutverlustes schnell schwächer wird und überwältigt werden kann.

Die erfolgreichste und am meisten angewandte Strategie der Elche ist allerdings die Vermeidung von Raubtierbegegnungen überhaupt. Auch wenn Elche verzweifelt nach Nahrung suchen, gehen sie nicht das Risiko ein, unaufmerksam irgendwo zu fressen. Sie vermeiden es außerdem, freie Flächen zu überqueren und umrunden eine Lichtung lieber am Waldrand.

Durch die intensive Bejagung von Wölfen und Bären bis zur gebietsweisen Ausrottung im letzten Jahrhundert gibt es Gegenden, in denen Elche seit Jahrzehnten ohne die Präsenz von Raubtieren leben. Wissenschaftler in den USA haben festgestellt, dass diese Elche noch nicht einmal auf Raubtiergerüche reagieren.

In Nordschweden entwickelt sich langsam wieder ein nennenswerter Wolfsstamm und in den Nationalparks Nordamerikas werden Wölfe und Bären ausgewildert. Dabei hat man festgestellt, dass Elche in der Lage sind, relativ schnell Furcht vor ihren Feinden zu entwickeln, auch wenn sie vorher noch nie mit Raubtieren in Kontakt gekommen sind. Innerhalb einer Elchgeneration von rund sieben Jahren sind sie genauso vorsichtig wie Elche aus Gebieten, in denen es immer Raubtiere gegeben hat.

Allerdings wird der Wolf zumindest in Schweden keine bedeutende Rolle für die Elchpopulation spielen, da die Regierung die Zahl der Wölfe auf 200 im Land begrenzt hat. Der gesamte Elchstamm Schwedens von 300.000 Tiere würde etwa 10.000 Wölfe ernähren.


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 © Maren und Uwe Kamke 2000-2020

 

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